Wenn Qualität das Budget schlägt – Eine preisgekrönte Arbeitsweise mit Anna-Karin Ris

Anna-Karin Ris nach der Auszeichnung „Kindergartenküche des Jahres 2024”

Grünheldin der Woche: Anna-Karin, Almarevägens Förskola

Der Gewinn der Auszeichnungen „Årets Förskolekök 2022, 2024, 2025“ und „Årets Klimatkök 2025“ von SoM ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis einer konsequenten Arbeitsweise, eines starken Berufsstolzes und des klaren Ziels, niemals die Rahmenbedingungen über die Qualität stellen zu lassen.

Für Anna-Karin, Köchin in der Vorschule Almarevägens, ist die Küche nicht nur eine Dienstleistungsfunktion. Sie ist ein Handwerk und ein Puzzle. Und dieses Puzzle muss innerhalb eines Budgets von 20 Kronen pro Schüler und Mitarbeiter für Frühstück, Mittagessen und Zwischenmahlzeiten gelöst werden – etwas, das ihr mehr als ausreichend erscheint.

Viele Menschen gehen davon aus, dass Qualität große Ressourcen erfordert. Anna-Karin denkt jedoch anders. Durch strukturiertes Arbeiten mit weniger Lebensmittelabfällen und einer klaren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit gelang es ihr, ausreichend Spielraum in ihrem Budget zu schaffen und in die Qualität der Rohstoffe und die Entwicklung in Form eines Anzuchtschranks zu investieren.

„Wir hatten zuvor vier kleinere Hydrokulturanlagen, die wir zusammen mit unserer Freilandkultur in verschiedenen Abteilungen aufgestellt hatten. Die Investition in einen größeren Schrank war für mich ein Kinderspiel. Ich habe einfach meinen Chef gefragt, ob ich den Überschuss im Budget für den Kauf eines Schranks verwenden darf, und das durfte ich!“ Sagt Anna-Karin über ihre Entscheidung, in einen Anbauschrank zu investieren. 

Der Unterschied war sofort im Geschmack zu erkennen.

„Ich habe früher Basilikum und Gewürze gekauft, aber dieses hier ist viel besser. Es schmeckt viel besser, da es frisch geerntet und ungespritzt ist.“

Für Anna-Karin geht es natürlich darum, nachhaltig zu arbeiten, aber auch darum, gutes Essen zu liefern und die Schüler zu inspirieren. Anna-Karin arbeitet konkret und intensiv mit Ernährungserziehung, soweit dies in Form von „Gemüse des Monats” und „Miniköchen” möglich ist, die mehrmals pro Woche mit ihr Lebensmittel ernten und zubereiten.

Den pädagogischen Aspekt schätzt Anna-Karin sehr und legt großen Wert darauf. „Das Wichtigste ist jedoch der pädagogische Aspekt des Schranks. Die Kinder stehen davor und malen ständig darauf. Ich wische das Glas nicht mehr ab, da ich es mag, die Nasenabdrücke der Kinder zu sehen. Das ist das Beste daran.“

Das sagt etwas darüber aus, wie sie ihre Aufgabe sieht. Die Küche ist Teil des Alltags der Kinder, keine separate Produktionseinheit. Indem man mit dem Gemüse des Monats arbeitet und die Kinder beobachten lässt, wie die Lebensmittel wachsen, entsteht eine natürliche Verbindung zwischen Rohstoff und Teller.

Für einen Koch, der für seinen Beruf brennt, gibt es kaum etwas Sinnvolleres, als auf diese Weise das Interesse am Essen zu wecken. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass der Alltag in der Vorschule anspruchsvoll ist, die Zeit begrenzt und das Personal knapp ist. Gerade deshalb ist die Einfachheit des Anzuchtschranks entscheidend.

„Das macht den Schrank so wertvoll. Es kostet kaum Zeit und jeder kann ihn bedienen. Es spielt keine Rolle, ob ich da bin oder nicht.“

Anna-Karin sieht ihren Anbaukasten nicht als ein Projekt, das sie bewältigen muss. Er ist ein Werkzeug, um liefern zu können.

Anna-Karin mit ihrem Grönska ONE

„Das ist ein Kinderspiel.“

Auf die Frage, was sie einer Schule sagen würde, die mit Hydrokulturanbau beginnen möchte, aber noch zögert, antwortete Anna-Karin: „Das ist ein Kinderspiel. Man muss nicht lange überlegen. Es ist weder schwierig noch zeitaufwendig. Es lohnt sich zu 100 %.“

Drei Titel wie „Kindergartenküche des Jahres“ sind in dieser Hinsicht kein Ziel an sich, sondern eine Konsequenz ihrer Arbeitsweise. Sie verbindet wirtschaftliche Struktur mit Respekt vor den Zutaten, einem klaren ökologischen Anspruch und dem Wunsch, die Kinder in den Prozess einzubeziehen.

Für andere Köche, die sich für ihren Beruf begeistern, zeigt sie, dass es möglich ist, auch unter engen Rahmenbedingungen ein hohes gastronomisches Niveau zu halten. Das erfordert Engagement, Systematik und Mut, die richtigen Prioritäten zu setzen, aber es ist durchaus möglich.

Anna Karin ist der Beweis dafür, dass Leidenschaft und Professionalität wichtiger sein können als das Budget. Und dass die nächste Generation von Gästen ihre Reise als Miniköche bereits im Kindergarten beginnen kann.

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